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PRESSEMITTEILUNG:
25. Juni 2007
Claudia Nell-Paul: Kulturwirtschaftsbericht überfällig

Die kulturpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Claudia Nell-Paul, hat die Landesregierung aufgefordert, endlich den längst überfälligen fünften Kulturwirtschaftsbericht vorzulegen. “Das Parlament muss der Landesregierung entsprechenden Druck machen. Die SPD-Fraktion hat daher im Landtag einen entsprechenden Antrag auf den Weg gebracht. Seit 1992 berichtet die NRW-Landesregierung regelmäßig über Lage und Trends dieses Wirtschaftsbereiches, der zu den wachstumsstärksten im Land gehört. Hier wird mehr Geld verdient als in der Energiewirtschaft. Die Landesregierung bleibt den Bericht schuldig, weil ihr bisher die Konzepte und Ideen fehlen, die Kulturwirtschaft in NRW innovations- und wettbewerbsfähig zu halten", kritisierte Nell-Paul den zuständigen Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Große-Brockhoff.

Zahlen aus 2004 machten die Wirtschaftskraft des kulturell-kreativen Bereichs deutlich: Rund 47.000 Selbstständige und Betriebe hätten, so Nell-Paul, ihren Sitz in Nordrhein-Westfalen. Sie erzielten einen Gesamtumsatz von circa 37 Milliarden Euro pro Jahr. Im Vergleich liege die Kulturwirtschaft mit diesen Umsatzzahlen zwischen der chemischen Industrie (44 Milliarden Euro) und der Energiewirtschaft (30 Milliarden Euro Jahresumsatz).

„Leider liegen uns keine aktuelleren Zahlen vor. Deshalb drängen wir darauf, dass die Landesregierung endlich ihrer Pflicht nachkommt und einen Kulturwirtschaftsbericht vorlegt. Erst mit diesen neuen Informationen kann Nordrhein-Westfalen eine effektive Strukturpolitik betreiben“, erklärte die kulturpolitische Expertin der SPD-Fraktion. Dabei wolle niemand die künstlerische Freiheit und Entfaltung, die kreative Idee auf wirtschaftliche Vermarktungsprozesse reduzieren. Jedoch müsse man deutlich machen, dass Kultur auch mit Wirtschaft zu tun hat und dass Künstler von ihren Produkten leben müssen und wollen.

Kultur und Wirtschaft seien deshalb keine Gegensätze. Eine Gesellschaft sei erst dann lebens- und überlebensfähig, wenn sie das künstlerische und kulturelle Potenzial in ihr Wirtschaftsleben integriere. „Der Markt gewährleistet alleine keine kulturelle und künstlerische Vielfalt. Diese kann jedoch ohne Markt auch nicht bestehen. Kulturpolitik muss daher nicht nur die Künste fördern, sondern auch geeignete Rahmenbedingungen für die Kulturwirtschaft schaffen“, betonte Nell-Paul.






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